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23.01.2012 Facebook, google+, Xing und Co.: Was ist was und was für wen?

Pressemitteilung von Die Ideenschupser aus Darmstadt



Bild-Quelle: Gerd Altmann / pixelio.de

Es gibt mittlerweile sehr viele social networks. Doch welches ist das Richtige für im Geschäftsleben stehende Menschen? Facebook, Xing, LinkedIn, google+, WKW, MeinVZ, Twitter... die Liste ist mittlerweile sehr umfangreich geworden, und fast wöchentlich kommen neue Alternativen hinzu. Doch wie präsentiert man sich mit seinem privaten Profil wo am besten? Und welche Netzwerke machen Sinn für wen?

Wirklich vorbei kommt man kaum mehr am Thema und an der eigenen Präsenz. So nutzen aktuell mehr als 70% der deutschen Internetnutzer facebook. Anderseits sind viele dieser Netzwerke auch immer wieder in der Kritik wegen ihrer Datenschutzoptionen. Und "Das Web vergisst nicht" sollte wohl auch bereits genügend bekannt sein. Wie also nutzt man, insbesondere als im Geschäftsleben stehender Mensch soziale Netzwerke am besten und was sollte man hier unbedingt beachten?

Xing und LinkedIn - Business as usual

Beginnen wir einmal mit den klassischen Businessnetzwerken Xing und LinkedIn. Insbesondere Xing ist mittlerweile in Deutschlands Firmen ein häufig genutztes Portal. Man kann hier "networken", wie es auf Neudeutsch so schön heißt, seine Kontakte pflegen und erweitern und beispielsweise in Diskussionsboards zu verschiedensten mehr oder weniger businesszentrierten Themen aktiv sein. Die ist zur Steigerung der eigenen Bekanntheit ein durchaus nicht zu verachtendes Instrument, man kann hier beispielsweise durch fundierte Forenbeiträge positiv Eindruck machen, dies kann jedoch bei exzessiver Nutzung auch rasch ins Gegenteil umschlagen. LinkedIn ist von Grundaufbau her ähnlich, allerdings noch immer stärker auf den englischsprachigen Raum zentriert und erst seit relativ kurzer Zeit in Deutschland präsent. Im Gegensatz zu Xing ist LinkedIn allerdings eine offene Plattform, die also auch Applikationen von Drittanwendern zulässt.

Durch Networken zum neuen Job

Für das Thema Recruiting, beziehungsweise als Jobbörse sind beide Portale mittlerweile hoch relevant. Wer also auf der Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung ist oder geeignete Bewerber sucht, sollte diesen Portalen durchaus Aufmerksamkeit schenken. Die Privatsphäre lässt sich relativ einfach kontrollieren, da man beispielsweise nur seine geschäftlichen Kontaktdaten angeben kann und auch diese nicht für jeden anderen einsehbar sein müssen.

Zur Kasse bitte!

Beide Portale bieten Nutzern gute Kontaktmöglichkeiten, allerdings in beiden Fällen mit deutlichen Einschränkungen in der kostenlosen Version. Will man hier den vollen Funktionsumfang nutzen, so wird eine monatliche Nutzungsgebühr fällig. Es wird also hier das im Web mittlerweile verbreitete "Freemium"-Modell verwendet, bei dem ein gewisser Funktionsumfang kostenlos bereitgestellt wird, die volle Nutzung aber kostenpflichtig ist. Beide Plattformen sind in der kostenlosen Version allerdings so stark eingeschränkt, dass eine sinnvolle Nutzung erst als zahlender User möglich ist. Bei Xing beispielsweise schlägt die Premium-Mitgliedschaft mit 4,95EUR im Monat zu Buche, LinkedIn beginnt bei 14,95EUR im Monat (für den vergleichbaren Funktionsumfang von Xing) und geht bis über 70EUR im Monat, je nach gewünschtem Funktionsumfang. Man sieht also, die vollumfängliche Nutzung kostet durchaus Geld.

Facebook: bekannt, beliebt, gehasst

Der Platzhirsch im Bereich "Social Networks" ist sicherlich facebook. Weltweit mehr als 800 Millionen Nutzer sprechen für sich. Nach neueren Studien nutzen mehr als 70% der deutschen Onlinepopulation die Seite mindestens einmal monatlich. Primär dient die Plattform zur Präsentation der eigenen Person im Web. Man kann Seiten "liken", Posts von Freunden oder Fanpages kommentieren, verschiedenste Inhalte selbst posten, Veranstaltungen erstellen und sein soziales Netzwerk aufbauen, prinzipiell wie bei allen Social Networks, facebook nimmt allerdings im Hinblick auf die Öffnung der Plattform für Drittanwendungen eine Führungsrolle ein. Ein Beispiel dafür sind die Spiele von externen Anbietern, wie "Farmville", die insgesamt nicht unerheblich zur weiten Verbreitung von facebook beigetragen haben dürften.

Das zentrale Feature von facebook stellt die Zuordnung der Kontakte zu einzelnen Listen dar, mit denen Inhalte, sowohl zur Person, wie auch Beiträge, selektiv geteilt werden können. Hiermit ist durchaus eine Trennung zwischen "privaten" und "geschäftlichen" Kontakten möglich, allerdings sollte man die Einstellungen regelmäßig überprüfen und gegebenenfalls anpassen. Anwendungen wie "Branch Out" als dezidierte Businessanwendungen erweitern das ursprünglich "social "zentrierte Netzwerk mittlerweile auch hin in die "business"-Richtung.

Facebook und der Datenschutz

Facebook steht immer wieder in der Kritik, was die Datenschutz- bzw. Privatsphäreneinstellungen angeht. Hier wurde allerdings in letzter Zeit nachgebessert, und es sind mittlerweile relativ umfassende Einstellungsmöglichkeiten zur Privatsphäre möglich, die allerdings nicht immer auf den ersten Blick erkennbar sind. Insbesondere im Hinblick auf die Installation externer Anwendungen sollte man Vorsicht walten lassen, da diese immer in mehr oder weniger großem Umfang auf die Nutzerdaten zugreifen. Man wird bei Installation einer solchen Drittanwendung darauf hingewiesen, auf welche Nutzerdaten die Anwendung zugreift und es empfiehlt sich, dies auch genau zu lesen und zu entscheiden, ob man diese Anwendung nun installiert oder nicht.

Der Newcomer: google+

Ein relativer Newcomer im Social Network-Bereich ist googles eigenes Netzwerk google+. Ursprünglich nur auf Einladung im Beta-Modus zugänglich, ist google+ mittlerweile offen für alle. Aktuell rund 40 Millionen Nutzer weltweit sind allerdings noch weit von facebook als userreichstem Netzwerk entfernt. Allerdings glänzt google+ mit sehr transparenten Einstellungen zur Privatsphäre durch den Ansatz der "Kreise", die eine einfache Kontrolle ermöglichen, welche Inhalte mit welchen Nutzern geteilt werden. Man findet sich bei google+ auch aufgrund des geringeren Funktionsumfangs, allerdings auch aus Gründen des Designs sehr schnell und intuitiv zurecht. Im Gegensatz zu facebook beispielsweise ist google+ ein (noch) geschlossenes System, das keine Anwendungen externer Anbieter zulässt. Mit seinem Videokonferenzfeature (intern "hangout" genannt) hat google+ ein relatives Alleinstellungsmerkmal, das so in dieser Form von bisher keinem anderen Netzwerk angeboten wird. Weiterhin sollte man die Plattform im Auge behalten, da googles Suchalgorithmen zukünftig stärker auf dem "Social Network"-Bereich basieren werden als bisher. Der "+1" Button, mit dem man als Nutzer Inhalte teilen, bzw. sein Gefallen ausdrücken kann, wird zukünftig stärkeres Gewicht auf die Reihenfolge der Suchergebnisse haben. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund SEO interessant, und es empfiehlt sich, hier rechtzeitig präsent zu sein.

Wer-kennt-wen: einfach statt innovativ

WKW, beziehungsweise "Wer-kennt-Wen" ist eines der deutschen Social Networks. Mittlerweile zur RTL-Gruppe gehörend, ist der Fokus eher regional ausgerichtet. Sehr gute Features bietet das Netzwerk beispielsweise für Vereine. Im Gegensatz zu anderen Social Networks hat WKW eine ältere Nutzerstruktur, steht aber prinzipiell jedem User ab 14 Jahren offen. Nach Betreiberangaben hat das Netzwerk aktuell rund 9,4 Millionen Mitglieder. Nutzerprofile von WKW sind im Unterschied zu denen bei anderen Netzwerken nicht in Suchmaschinen gelistet, sondern erst nach Login sichtbar. Es gibt hier also kein "öffentliches" Profil, wie es beispielsweise facebook anzeigt. WKW ist insgesamt ein sehr klar und einfach strukturiertes Netzwerk, in dem man sich schnell zurecht findet, allerdings ebenfalls ein nicht für externe Anwendungen offenes Netzwerk.
Wie bei anderen lokalen Netzwerken ist auch bei WKW eine stagnierende Entwicklung der Userzahlen zu beobachten.

Vom Hype zum Problemfall: Die Vz-Netzwerke

Die "VZ"-Netzwerke mit dem Ursprung StudiVZ und mittlerweile flankiert von MeinVZ und SchülerVZ spüren diese Entwicklung in noch stärkerem Maße. Die Keimzelle StudiVz, gedacht als Austauschplattform für Studenten, bei der man beispielsweise die eigenen Lehrveranstaltungen eintragen konnte, um sich mit anderen in der gleichen Veranstaltung auszutauschen wurde zwecks Erweiterung der Nutzerbasis bald um die Netzwerke SchülerVz mit Fokus auf Schülern, wie der Name schon sagt , und MeinVz, dem Vz Netzwerk für alle, erweitert. Auch hier erstellt man sein persönliches Profil, kann Angaben über Interessen, Hobbys etc. einstellen und mit anderen in Kontakt treten. Bei den Vz-Netzwerken wurde lange Zeit der Trend zur Öffnung der Plattform für Drittanwendungen ignoriert, so dass die Plattformen stark als Insellösungen existieren. Mittlerweile sind die Netzwerke für Drittanwendungen geöffnet, allerdings gibt es bei weitem nicht den Umfang an externen Anwendungen, wie ihn beispielsweise facebook aufweist.

Userdaten zu verkaufen

Der Holtzbrinck-Verlag übernahm die VZ-Netzwerke und ist seitdem auf der Suche nach einem monetarisierbaren Modell. Die Netzwerke standen immer wieder in der Kritik im Hinblick auf die Privatsphäreeinstellungen, haben hier zwar mittlerweile zwar nachgebessert, aber unter anderem hierdurch deutlich User eingebüßt. Zwischenzeitlich waren die Netzwerke auch in anderen europäischen Ländern präsent, allerdings wurde dies inzwischen wieder eingestellt. Aus unserer Sicht sind diese Netzwerke eher als Auslaufmodell zu sehen.

Die Welt in 140 Zeichen: Twitter

Leicht anders fokussiert als die bisher vorgestellten Netzwerke ist Twitter. Hier steht nicht die Präsentation des Users auf einer Profilseite im Fokus, sondern auf 140 Zeichen begrenzte Kurzmitteilungen der Nutzer. Im Kern ist der Ansatz bei Twitter, aktuelle Nachrichten und Informationen, die durch User generiert werden, bereitzustellen. Insbesondere die ägyptische Revolution vor kurzem brachte das Netzwerk in den Fokus der Berichterstattung. Twitter ist ebenfalls weltweit präsent und hat mittlerweile eine breite Nutzerbasis, die allerdings aktuell nicht weiter wächst, sondern eher stagniert. In vielen Firmen hat Twitter mittlerweile im Bereich "social media" seinen festen Platz gefunden. Im privaten Bereich bietet Twitter insbesondere für Selbständige interessante Möglichkeiten der Präsenz. Die Privatsphäre ist nur begrenzt einstellbar, man kann alle Tweets privat setzen, so dass man Leser erst bestätigen muss, hat allerdings keine Möglichkeit, individuelle Inhalte einzeln freizugeben oder nicht.

Weltweit hat die Plattform mittlerweile mehr als 100 Millionen Nutzer, in Deutschland aktuell mehrere Hunderttausend. Anfangs wurde die Infrastruktur nur auf Englisch bereitgestellt, seit 2009 auch auf Französisch, Spanisch, Deutsch und Japanisch. Nach dem englischsprachigen Raum bildet Japan die zweitgrößte Usercommunity. In Deutschland scheint Twitter bis heute nicht richtig angekommen zu sein, es wird in einigen Segmenten, beispielsweise in Journalistenkreisen, recht intensiv genutzt, aber eine wirklich breite Nutzerbasis fehlt hierzulande. Auch die Erweiterung von facebook um sogenannte "Abonnements" von Personen oder die "nur folgen" Funktion von google+ bilden eine der Kernfunktionalität von Twitter sehr ähnliche Funktionalität.

Wer zu wem?

Dies einmal als Überblick der wesentlichen Alternativen, die aktuell zur Verfügung stehen. Auf kleinere "Exotennetzwerke" gehen wir hier nicht weiter ein, da wir uns auf die wesentlichen Marktteilnehmer konzentrieren. Als potentiell neuen großen Mitbewerber sehen wir zukünftig "Socl", das geplante neue social network von Microsoft. Inwieweit sich dies am Markt durchsetzen wird, bleibt abzuwarten, insbesondere da bisher wenig über die Features bekannt ist.

Die Frage bleibt nun, welches Netzwerk das richtige ist. Diese Frage lässt sich nicht final und eindeutig beantworten, was auch daran erkennbar ist, dass die meisten Nutzer nicht nur bei einem der angesprochenen Dienste präsent sind, sondern meist mehrere Profile bei den verschiedenen Anbietern aufweisen.

Facebook oder google+?

Als Kriterien bei der Auswahl sollte man die Reichweite der Plattform heranziehen, denn was nützt mir die Präsenz, wenn meine Kontakte dort nicht sind? Weitere Kriterien, insbesondere für eine teilweise auch geschäftliche Nutzung, sollten die Einstellungen und Selektionskriterien zur Privatsphäre bilden, es muss ja schließlich nicht jeder Geschäftspartner die Bilder der letzten Firmenweihnachtsfeier zu Gesicht bekommen. Letztlich gilt, wie überall im Web, dass man sich überlegen sollte, welche Daten man tatsächlich preisgibt und welche man lieber privat hält. Ist die potentielle Reichweite das primäre Entscheidungskriterium, so führt quasi kein Weg an facebook vorbei. Im Hinblick auf die Suchmaschinenrankings sollte man aber dem Thema google+ auf jeden Fall im Hinblick auf die Änderungen in den Suchalgorithmen Beachtung schenken. Nutzt man seine Präsenz eher zur Pflege lokaler Kontakte, beispielsweise als Vereinsmitglied, so stellt WKW sicherlich noch eine Alternative dar, als alleinig genutztes social network halten wir dies aber nicht für sinnvoll.
Ähnliches gilt für die VZ-Netzwerke, die wir aktuell für nicht sinnvoll halten, sollte man vor der Frage stehen, sich dort neu anzumelden. Schwindende Userzahlen und die rein lokale Ausrichtung sprechen dagegen.

Xing oder LinkedIn?

Im Business-Bereich ist die Frage "Xing" oder "LinkedIn" nicht eindeutig zu beantworten. Für Xing sprechen die günstigere Mitgliedschaft, allerdings ist Xing stark auf den deutschsprachigen Raum konzentriert.Für LinkedIn spricht die Internationalität, sind die Kosten höher. Man sollte hier abwägen, wo die eigene geschäftliche Tätigkeit ihren Schwerpunkt hat, oder unter Umständen doch auf beiden präsent sein.





Kontakt:




Herr Alexander D. Sonntag
Kreativ Direktor

Die Ideenschupser
Poststraße 9
64293 Darmstadt

Telefon: 06151-8607350
Fax: 06151-8607355
E-Mail:



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